Ölkäfer und Schwarmintelligenz

By blogomotivführer

Bei der Vorbereitung für mein Referat über Ölkäfer bin ich beim Museum Cape Town auf einen spannenden Bericht gestoßen:

Die Primärlarven des Ölkäfers Meloe franciscanus immitieren gemeinsam als Gruppe weibliche Bienen, um männliche Wildbienen anzulocken und sich an sie anzuhängen. Begatten die männlichen Bienen dann eine wirkliche weibliche Bienen, springen die Larven auf diese über. So kommen sie schließich zu ihrer Nahrung, den Brutzellen im Nest der Bienen.

Ein ziemlich krasses, fast unglaubliches Phänomen, denn diese kooperative Nachahmung, erfordert Lösungen für drei Probleme:

  1. Die gerade frisch geschlüpften Larven müssen wissen, wie eine Biene aussieht oder es zumindest im Gefühl haben.
  2. Die Larven müssen ihre gemeinsame Form und Abweichungen von der Bienenform feststellen (obwohl sie vielleicht mitten im Klumpen sind).
  3. Die Larven müssen übereinkommen, wer die Form ausgleicht und woanders hinkriechen muss – irgendeine Art von Kommunikation.

Weitere Schwierigkeiten kommen dazu: Eventuell sind zu viele oder zu wenige Larven für die Nachahmung am Schlüpfort. Einige müssen auch bereit sein nachteilige Positionen einzunehmen mit geringerer Chance nachher an die Biene zu kommen (Konsequenz: wahrscheinlich sterben). Dass in einem so zusammenhängenden Haufen Larven irgendeine Form von Kommunikation gelingt, ist auch sehr verwunderlich. Ein paar Begünstigungen gibt es allerdings auch: Die Larven können den Geruche einer weiblicher Biene imitieren. Das wird die meisten Wildbienenmännchen schon anlocken, selbst, wenn der Larvenhaufen noch nicht ganz nach Biene aussieht.

Auf jeden Fall kann man daran sehen, dass es in der Biologie einiges über Kommunikation, Schwarmintelligenz und adaptive Systeme zu lernen gibt. Ähnlich spannende Beispiele gab es heute auch in anderen Referaten, z.B. Termitennester.

Wer sich noch weiter informieren will, dem sei obiger Link empfohlen (dort gibt es auch Bilder) und folgende Publikation der Entdecker dieses Phänomens – leider nicht im Internet:

- Hafernik, J. and Saul-Gershenz, L. (2000): Beetle larvae cooperate to mimic bees, Nature 405: 35 – 36, nature publishing group, London

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