Flugkünstler und Garageneinfahrten

By blogomotivführer

Wer Mauersegler beim Fliegen beobachtet, wundert sich, dass sie nicht zusammenstoßen. Denn sie fliegen gewöhnlich schneller als 100 Kilometer in der Stunde – im Sturzflug auch mal 220 km/h. Dennoch produzieren sie auch genug Auftrieb für extrem langsame Flüge. Und so fliegen sie enge Kurven und rasante Sturzflüge und fangen sich doch wieder. Der erste Flug ihres Lebens dauert bis zu sechs Jahre und auch danach landen sie nur, um Junge aufzuziehen.

Ich mag Mauersegler, sie sind einfach zum Fliegen geboren und schon zuzusehen macht mir Spaß.

Jetzt haben sie auch das Interesse der Bioniker auf sich gezogen. Denn sie haben das Tempolimit überschritten. 70 km/h am Nesteingang!? Die haben doch einen Vogel! Hinten im Nest liegen empfindliche Eier und so ein Mauerseglernest ist nicht gerade geräumig. Was wäre denn das, wenn ein Autofahrer am Garagentor noch 70 km/h drauf hätte und hinten in der Garage stünde das Familienporzellan. Irgendwie schaffen sie es trotzdem. Jedenfalls sah man, als man dieses Bremsmanöver filmen wollte, erst den Vogel beim Einflug den ganzen Nesteingang verdeckend und schon im nächsten Moment friedlich auf den Eiern brütend.

Interessant ist außerdem ihre Aerodynmik. Denn ihr stabiler Langsamflug würde nicht funktionieren, wenn nicht ein Luftwirbel an der Flügelvorderkante noch weiteren Auftrieb verursachen würde – das machen auch Hummeln und andere Insekten so. Nur der Mensch noch nicht…

Mauersegler

Abbildung gefunden bei Vogelschutz Thurgau

7 Antworten zu „Flugkünstler und Garageneinfahrten“

  1. Daniel sagt:

    Hey Julian!

    Ich finds voll cool bereichernd, dass du diesen Blog angefangen hast.

    Hast du das Bild mt den Mauerseglern selber gemacht?

    Sehr erstaunlich, einfach zum Staunen, was es so gibt, was man sich kaum
    erklären kann in Gottes bunter Schöpfung.

    Ich glaub, dass ich auch spätestens im Studium meinen Gedanken und Eindrücken mal so einen Ausdruck verleihen möchte.

    Gruß, Daniel

    PS: Jetzt brauch ich noch einen bloggigen Satz, so z.Blogspiel:

    Blogland braucht einen Blögig, der dem blögigen Volk Blogmut und Blogeisterung zuspricht und gegen die blogrünstigen Blogessoren blogagiert vorgeht.

  2. blogomotivführer sagt:

    Hallo Daniel!
    Danke für dein Lob.

  3. blogomotivführer sagt:

    Achso, das Bild habe ich bei der (inzwischen) angegebenen Internetadresse gefunden…

  4. Helge sagt:

    Moin Julian!

    Hab durch Tobi’s blog deins entdeckt. Werde die Bionik-Rubrik zukünftig „abgrasen“, nur dass du weisst das du einen Lurker mehr hast im blog. ;-)

    Ne im Ernst, Bionik find ich total genial!!! Z.B. hat man vor kurzem einen Anzug für Düsenjet-Piloten gebaut, der von den Libellen abgeguckt ist. Libellen fliegen derart heftige Wendemanöver, das denen das Blut bzw. deren Körperflüssigkeiten eigentlich geradeaus weiterfliegen müssten. Tun sie aber nicht. Beim Menschen gabs dann immer den Blackout und man hat es mit Luftpumpen im Anzug probiert. Alles daneben gewesen. Jetzt hat man Flüssigkeut in den Anzug eingebaut und festgestellt, die Gravitation besorgt vollautomatisch den passenden Gegendruck damit das Blut des Menschen nicht in die Beine sackt bei einem heftigen Wende-/Flugmanöver.

    Von der natur kann man soviel lernen! Geiler Studeingang, Bionik. Bin ein wenig neidisch.

    Gruss,
    Helge

  5. blogomotivführer sagt:

    Hallo Helge!
    Vielen Dank für deine Beiträge, insbesondere deine Provokation in dem anderen Post. Ein bisschen Diskussion kann hier nicht schaden.
    Dann will ich mal gucken, dass es in der Bionikrubrik bald wieder neuen Lesestoff gibt…
    Gruß,

    Julian

  6. Helge sagt:

    Hi Julian!

    Hab hier was für Dich:

    http://idw-online.de/pages/de/news175906

    Auszug:
    Laien und Fachleute, Erwachsene und Kinder: Die Ausstellung „Inspiration Natur – Patentwerkstatt Bionik“ richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. „Der Natur Problemlösungen abzuschauen und in technische Verfahren überzuführen, das ist Bionik. Wir möchten allgemein verständlich und kurzweilig in diese spannende Forschungsdisziplin einführen“, so DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Auf etwa 240 Quadratmetern werden in acht verschiedenen Themenkomplexen wie zum Beispiel „Verbinden und Lösen“, „Schwimmen, Fliegen, Laufen“ oder „Entwickeln und Optimieren“ zahlreiche Modelle aus der Natur und ihre Anwendungsmöglichkeiten in der Technik vorgestellt. Besuchern erschließen sich Zusammenhänge wie die von Katzenpfoten und Reifenprofilen, von Haihaut und Schwimmanzug oder von Lotus-Blume und Dachziegel. Anfassen und ausprobieren ausdrücklich erwünscht! Zahlreiche Exponate, Experimente und interaktive Elemente laden zu sinnlichen Erfahrungen ein: Zum Beispiel können Besucher fühlen, warum für Seepocken der Halt an Schiffsrümpfen schwierig ist, begreifen, warum „Lehrmeister Baum“ Ingenieure begeistert und hören, wie Delfine miteinander kommunizieren.

  7. blogomotivführer sagt:

    Klingt interessant! Bis jetzt scheinen noch keine Termine für die Ausstellung bekannt zu sein oder weisst du genaueres?
    „Verbinden und Lösen“ und „Schwimmen, Fliegen, Laufen“ sind hier in Bremen an der Hochschule auch die Lieblingsbereiche…

Eine Antwort schreiben