Harte Schalen nach biologischem Vorbild
Längere Zeit habe ich hier nichts über Bionik gepostet und das ist schade. Vielleicht hängt es damit zusammen, dass ich mich gedanklich zuviel in technischen Welten bewege. Weil ich relativ viel über Verwertbarkeit biologischer Vorbilder für technische Anwendungen nachdenke, habe ich aufgehört über die Lebewesen zu staunen. Viel zu oft war mein Einwand: “Das kann man nicht umsetzen.” Manchmal dachte ich auch: “Es lohnt sich nicht darüber zu posten. Das ist im Vergleich zu den Sachen, von denen ich schon gepostet habe, nicht spektakulär genug.” Aber wenn man den Willen hat auf Kleinigkeiten zu achten und nicht glaubt, dass das alles ganz normal ist, dann sind sämtliche Lebewesen ein Grund sich zu wundern. Deshalb poste ich heute Bilder von Strahlentierchen (Radiolaria) und Kieselalgen (Bacillariophyta), die bei meinem aktuellen Bionikprojekt als Vorbild dienen.
Strahlentierchen gehören zum tierischen, Kieselalgen zum pflanzlichen Plankton. Als Plankton bezeichnet man Lebewesen, die frei im Wasser treiben. Kieselalgen, auch Diatomeen genannt, haben zweiteilige schachtelartige Hüllen aus Siliziumdioxid. Diese dienen wahrscheinlich hauptsächlich als Fraßschutz. Stahlentierchen haben ein Innenskelett aus Siliziumdioxid und Proteinen. Faszinierend ist dabei der Formenreichtum dieser Lebewesen. Doch seht selbst ein paar Beispiele:
Formenvielfalt bei Kieselalgen aufgenommen mit einem Rasterelektronenmikroskop (Bradbury J: Nature’s Nanotechnologists: Unveiling the Secrets of Diatoms. PLoS Biol 2/10/2004: e306. http://dx.doi.org/10.1371/journal.pbio.0020306 )


Rasterelektronenmikroskopische Aufnahmen verschiedener Strahlentierchen (Universität Basel http://pages.unibas.ch/zmb/seiten/bilder01.html )
Wir geben nun Halbkugelschalen aus vereinfachten Strukturen von Radiolarien und Diatomeen in Simulationsprogramme ein und prüfen wie stabil sie sind - vielleicht kommt dabei eine Struktur für den Bauhelm der Zukunft heraus…


Eine Kieselalge mit einer konzentrischen, rechteckförmigen Hüllenstruktur (George Swann http://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Diatom_2.png) und unser CAD-Modell
Mai 14, 2007 um 10:41 Uhr nachmittags
Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran.
Psalm 111,2
Schöner Spruch für uns ;o)
Mai 28, 2007 um 11:39 Uhr nachmittags
hey, das klingt echt interessant,
sicherlich wert darüber zu erzählen, dass merk ich auch grad
bei meinem Studium, wo mir alles so banal ercheint und es auch gar nicht
um Lebewesen geht,
das ist durchaus sehr spannend, davon was zu erzählen
Lieber Gruß von Bruderherz ans Bruderherz