Metro-India und mehr

By blogomotivführer

Bangalore ist eine der grossen indischen Metropolen – mit 5-8 Mio Einwohnern die fuenftgroesste Stadt in Indien. Letzte Woche habe ich durch Jinu, einen Mitarbeiter des CCCYC eine kleine Einfuehrung in die Stadt erhalten:

Waehrend wir auf der Rueckbank einer Motorrikscha durch den chaotischen hupenden Verkehr aus Motorrikschas, Mopeds, Autos und Bussen fahren, erklaert er mir, dass es zwei verschiedene Indien gibt: Das „rural India“, in dem die Tradition sehr praegend ist, das Kastensystem gilt und die Rolle der Frau aufs Haus beschränkt ist, und das „urban/metro India“: Hier hat die Mittelschicht die Macht, sie arbeitet in IT-Firmen oder einem der vielen Call-Center in Bangalore, Inder aus verschiedenen Teilen des Landes und Leute aus aller Welt treffen aufeinander, hier vermengen sich in einer Stadt verschiedene Kulturen und Lebensstile. Jinu ist selbst relativ neu in der Stadt, arbeitet beim CCCYC an seiner Doktorarbeit ueber „Genderstudies in southasian societies“, hat Fouccault, Nietzsche und auch Hitlers „Mein Kampf“ gelesen – in der Schule, wegen der These, dass Hitler den zweiten Weltkrieg angefangen hat.

Inzwischen sind wir am botanischen Garten „Lal Bagh“ angekommen. Wir spazieren im Schatten weitgefächerte Mahagonibäume entlang. Ein Teich ist mit Lotusblumen bewachsen. Auf die Frage, ob die Kokosnusspalmen gefährlich sind, wenn die Kokosnüsse reif sind, erzählt mir Jinu einen indischen Witz: „The Coconuttree won’t betray anybody, but the coconut sometimes will.“ Ein warmer aber angenehmer Tag. Der Park ist wie eine Oase im Lärm der Stadt. Menschen sitzen auf Parkbänken und lesen. Pärchen haben sich hierher vor der konservativen indischen Öffentlichkeit, in der wenig Platz für Zärtlichkeiten wie Händchenhalten ist, zurückgezogen. Anders ist das unter Kumpels: Uns begegnen einige Freundescliquen Hand in Hand. Jinu erzählt mir viel über die verschiedenen Pflanzen des Parks, aber auch über Metroindia. Er fragt, wie wir Deutschen zum dritten Reich stehen und erzählt von einer Diskussion beim Weltsozialforum, wo es um die Frage ging, ob ein neuer Weltkrieg ähnlich beginnen würde. Die indischen Teilnehmer waren sich ziemlich sicher, dass ein neuer Weltkrieg eher mit Wasser zu tun hätte.

Später sitzen wir noch in einem Café in der Mahatma Gandhi Road (MG Road) und trinken typischen indischen Tee mit viel Milch und Zucker. Hier läuft westliche Musik, überhaupt ist an der MG-Road ziemlich viel los, besonders an den Wochenenden trifft sich hier das junge urban India.

 

3 Antworten zu „Metro-India und mehr“

  1. tobiK sagt:

    Da scheinst Du ja in allerbesten (theoretischen) Händen ;-)

  2. Hajo sagt:

    Welcome to mother India! Warst Du schon im Coffee Day in der MG Road? Ich glaube da hängen die ganzen coolen Studenten rum. Viele Grüße aus Hamburg!

  3. blogomotivführer sagt:

    Hallo! Danke fuer die netten Kommentare und die guten Tips!
    Inzwischen ist es mir auch gelungen den Blogeintrag von einem Internetcafe aus in Form zu bringen…

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