Was hier so kreucht, fleucht und wurzelt

By blogomotivführer

Da Bengaluru in den Subtropen liegt, gibt es hier jede Menge Lebensformen, die mir in den Deutschland noch nie in einer Stadt – ausser vielleicht im staedtischen Tiergarten – begegnet sind. Ueberhaupt scheint mir der staedtische Artenreichtum hier wesentlich groesser als in europaeischen Staedten, was gewiss auch daran liegt, wie indische Staedte strukturiert und organisiert sind.

Als ich am Morgen meiner Ankunft am Strassenrand mein restliches Proviant verzehrte, flogen ueber der Strasse nicht nur Tauben, Kraehen und Nebelkraehen umher, sondern auch einige Adler kreisten ueber meinem Kopf (nein, keine Geier). Manchmal sieht man kleine Trupps Papageien. Sobald es abends daemmert, jagen Fledermaeuse und vermutlich Flughunde mit ueber 50 cm Fluegelspannweite nach Insekten.

Zwischen den Haeusern wachsen haeufig Kokospalmen. Die Inder verwerten fast alle Bestandteile dieser praktischen Pflanze – die Nuesse werden verzehrt und aus Nussschalen, Blaettern und Stamm werden Baumaterialien und Haushaltsartikel. Weitgefaecherte Mahagonibaeume spenden in den Hinterhoefen viel Schatten. Viele weitere Baumsorten wachsen in Parks und auf dem Campus auf dem ich seit Montag wohne, manche mit breiten Wurzeln, dickem Stamm und weiter Krone, einige Nadelbaeume und Palmensorten. Eine Baumsorte traegt gerade feuerrote Blueten.

Natuerlich habe ich auch schon vereinzelt heilige Kuehe gesehen. Sie waren allerdings am Strassenrand angebunden, und nicht am Strassenverkehr beteiligt. Ein anderes Saeugetier hat sich mir jedoch wegen seiner Omnipraesenz bisher wesentlich mehr ins Bewusstsein gedraengt. Fast auf jedem Baum sieht man es umherklettern: Das Streifenhoernchen. Und falls man gerade keines sieht, so hoert man bestimmt irgendwo das Geschrei dieser Tiere, das ein bisschen an den Warnruf einer Amsel erinnert.

Natuerlich gibt es auch Lebewesen, die in die Haeuser vordringen: Zuerst sind da Ameisen verschiedenster Groesse zu nennen. Dann natuerlich Moskitos, vereinzelt Kakerlaken – beides haelt sich hier in Bangalore wegen des angenehmen Klimas und der Sauberkeit im Inneren vieler Haeuser im Rahmen. Und dann gibt es noch einen erfreulichen Gast und zwar eine Sorte an der Wand kletternder Eidechsen, die vermutlich einiges an Insekten verzehrt.

Soviel vorerst zur Fauna und Flora, wahrscheinlich werde ich diesen Beitrag nach und nach noch ein bisschen erweitern und mit ein paar Fotos ergaenzen.

6 Antworten zu „Was hier so kreucht, fleucht und wurzelt“

  1. surfsquaw sagt:

    Hi Julian,
    das hört sich alles ja sehr spannend an. Freu mich schon auf die ersten Foros. Ach und schick mal deine Adresse nach good old Bremen ;o)

    Segen Mone

  2. erich sagt:

    hallo julian,

    lese gerade „Schiffbruch mit Tiger“ von Yann Martel. Der erzählt auch von
    Korallenbäumen – vielleicht sind das die mit den feuerroten Blüten ?

  3. Kathrin sagt:

    Lieber Julian,
    ja die durchsichtigen Eidechsen sind wirklich die besten Insektenkiller in Indien…
    hört sich alles so vertraut und spannend an…
    grüß mir India und trink nen chai mit für mich

    blessings aus Berlin
    Kathrin

  4. Ulrike Heimbach sagt:

    Hallo, Julian,
    hier ist deine Tante. Du schreibst echt interessant aus Bangalore. Wie geht es dir inzwischen? Hast du dich so einigermaßen eingelebt? Ich warte schon gespannt auf weitere Nachrichten von dir und auf evt. Fotos. Hier geht alles seinen Gang. Wir haben jetzt Ferien und fliegen bald in die Türkei (ist natürlich kein Indien und auch nicht so abenteuerlich). Pass gut auf dich auf! Wir denken an dich.
    Deine Heimis

  5. blogomotivführer sagt:

    Hallo ihr!

    Vielen Dank für eure netten Kommentare!

    @ Kathrin: Der Chai-Tee ist wirklich prima – ich werde mal eine Extratasse für dich mittrinken!
    @ Mone und alle Adressinteressierten: Adresse kommt demnächst per Email
    @ Ulrike: Mir gehts gut, inzwischen bin ich fast schon ein ganz normaler IISc-Student (IISc=Indian Institute of Science), Indien ist gar nicht so extrem abenteuerlich, aber natürlich schon anders als Deutschland…

    Und Fotos sind inzwischen bei flickr.com online – auch einige vom Baum mit den roten Blüten. Dazu unter flickr.com „Search“ drücken und dann in der Rubrik „people“ nach „photographierer“ suchen.

    Gruß,

    Julian

  6. Uli sagt:

    Ach ist das schön von dir zu hören!!!! Du hast einen echt tollen Schreibstil – man fühlt sich wie in einem Abenteuerbuch :-D

    Weiterhin noch viel Freude und Gottes reichen Segen >

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