Mich hat es erwischt, im TV-Raum unseres Student Hostels habe ich mir eine subtropische Krankheit eingefangen: Cricketfieber. Es wird übertragen durch die ansteckende Begeisterung der Betroffenen. Die Durchseuchung würde ich unter den Studenten des IISc auf ca.98% einschätzen. Symptome sind im ersten Stadium der Krankheit: Unausgeschlafenheit, zwanghafte Besuche des Fernsehraumes während Cricketspielen, Unruhe und starke Gefühlsschwankungen. Im fortgeschrittenen Stadiumtritt tendieren die Erkrankten dazu Plätze ab einer Größe über 30 m² als Cricketplätze zu missbrauchen, dort werden sie dann regelmäßig mit Cricketschläger und Ball beobachtet, meist in Begleitung weiterer Betroffener. Außerdem ist in diesem Stadium der Krankheit Fachsimpelei ein häufiges Symptom. Dabei kann es durchaus zum Verständnis der überaus komplizierten Spielregeln kommen, die übrigens eine gewisse Ähnlichkeit zum Baseball aufweisen. Cricketfieber ist hochinfektiös, eine Impfung ist noch nicht vorhanden, das liegt auch an der großen Spannung dieses Spiels, die gewöhnlich über die gesamte Spieldauer erhalten bleibt. Bisher konnte ein Eindringen der Erreger aufgrund des Formates des Spieles noch verhindert werden – es dauerte im Normalfall einen, in der ursprünglichen Form sogar fünf Tage. Doch neuerdings ist eine Mutation des Erregers zu beobachten, die durch eine Spieldauer von ca. 3 Stunden auch durch Tröpfcheninfektion verbreitet wird.
Wer weiterliest, riskiert eventuell schon eine Ansteckung:
Am Montag war das Finale der World Twenty20 (die oben angesprochene Mutation des Spielmodus): Indien gegen Pakistan, Indien hatte vorher gegen einige sehr gute Mannschaften gewonnen, auch schon einmal knapp gegen Pakistan, dabei kam es zu einer Entscheidung durch Würfe auf die Wickets. Im Spiel gegen Australien hatte ein Spieler Indiens sogar sechs Sixies hintereinander geschlagen. Beim Finale hatte Indien nun im ersten Inning nur 157 Runs erzielt. Doch es gelang der Mannschaft, so viele pakistanische Batsman aus dem Spiel zu werfen, dass es in den letzten Minuten, um die Frage ging, ob Pakistan eher 6 Runs in 4 Würfen erzielen würde oder ob Indien einen der letzten Batsman aus dem Spiel werfen würde. Ratet mal wer gewonnen hat!
Die Spielregeln erspare ich den geneigten Lesern, dafür gibt es noch ein Foto aus unserem Fernsehraum.

Oktober 2, 2007 um 2:14 |
Hallo Julian,
seehr interessant. Wenn man das richtig gut macht, bekommt man lt. Wikipedia von seinem Sponsor sogar einen Ferrari samt Einfuhrsteuer; und die ist in Indien in der Regel höher als der Wert des Wagens.
Ich bleibe trotzdem weiter beim Fußball und verfolge weiter das Schicksal deines derzeit sehr guten KSC und der derzeit mal sehr guten und mal eher schlechten Werderaner, dem nächsten Gegner meines derzeit überwiegend erfolglosen MSV. Aber das kann sich am Samstag ja durchaus ändern . . .
Jan und ich werden das jedenfalls live vor Ort verfolgen.
Bis dahin viele Grüße
Mosto
Oktober 4, 2007 um 2:40 |
Hallo Mosto!
Schön hier von dir zu lesen.
Dann wünsche ich dem MSV, dass er nicht so hoch verliert wie Arminia Bielefeld letzte Woche
Hier läuft derweil eine Serie Australien-Indien im „One-day-Cricket“, das heißt, dass ein Spiel einen ganzen Tag dauert. Es gibt auch noch „Five-Day-Matches“. Das ist dann aber wirklich zu lang, um diese Spiele zu verfolgen…
Viele Grüße,
Julian
Oktober 9, 2007 um 10:20 |
Kerle mein Jung was siechste da auf dem einen Foto im PC Raum so Blas aus. Du nimmst da doch keine Drogen von den Indern oder ? Das wächst ja da alles. Oder hast du die Kolera oder was is nu ?
Oktober 10, 2007 um 6:55 |
Na warte, wenn ich wieder in Deutschland bin, machen wir ein Photo von dir neben mir!
Ich sehe dich schon jetzt den ganzen Winter ins Solarium rennen
Oktober 10, 2007 um 8:30 |
HUI UI UI ! Da scheine ich wohl einen Wunden Punkt getroffen zu haben. Is aber alles kein Problem mein Jung in deinem alter hat man eben auch mal son FLAPPES im Kopf das ging mir auch nicht anders. Wenn du wieder zurück sein wirst (was meiner Meinung eher unwahrscheinlich ist) dann biete ich dir gerne eine Sucht- Nachbetreuung an. Das wird ähnlich wie die WG-Zusammenführung ablaufen nur in Einzel Stunden also ohne Rainer. Oder du Therapierst dich selbst und setzt dich einfach mal ein paar Wochen unter eine Pappelfeige. Das hat Siddhartha auch gut getan. Und außerdem spart es mir eine menge Zeit und dir eine menge Geld.
Ach und lass dir da keine Kinder unterjubeln „Vorsorge is besser als Nachsorge“ gerade wenn die Nachsorge so aussieht dich da aus irgend einem Indischen oder Süd-libanesischen Gefängnis rauszuholen. Ich weiß ja nicht wie es da zugeht aber eins weiß ich : Die Kinder sind vom INDER !!!!
In diesem Sinne noch frohes Cricket Spiel !
(Und pass auf nicht das dir so Ball da an den Kopf fliegt und ich dich da aus so einem Indischen oder Süd-libanesischen Krankenhaus rausholen kann.)
Oktober 11, 2007 um 7:59 |
Reutsel, Reutsel, du scheinst ja bei den Geisteswissenschaftlern richtig aufzublühen! Welch ein Mitteilungsbedarf, welch eine Lebensfreude, welch hohe Blogaktivität! Zwei Beiträge an zwei Tagen!
Die südlibanesische Gefängnisse sind dir allerdings näher als mir. Aber man muss sich als Freizeitwissenschaftler ja nicht unbedingt mit Tourismus und Geographie befassen, schließlich gibt es auch im Inland Museen und Bibliotheken.
Die indischen Krankenhäuser sind übrigens gar nicht so schlecht, da würde es mir wahrscheinlich sogar besser ergehen, als in deinen therapeutischen Händen. Ich könnte mir allerdings vorstellen auf dein Angebot zurückzukommen, falls du dich zuvor erstmal ein paar Wochen unter eine Pappelfeige setzt.
Oktober 11, 2007 um 8:13 |
Das hab ich mir gedacht das du jetzt da auf so Spitzfindigkeiten Rumreiten musst. Du müsstest nach den ganzen Zwiegesprächen mit mir doch eigentlich wissen das ich ein Verfechter des Libanon-Paradoxons bin. Das im übrigen auch von mir erfunden wurde. Es gibt eben zu viele Länder dessen Existenz ich anzweifele und mit dem Algemeinen Platzhalter Libanon Versehe. Im Prinzip könnte ich also auch zu Bielefeld Libanon sagen. Das mache ich aber nicht weil sich dann dein Mitbewohner nicht mehr aufregen würde und mir das letzte bisschen Spaß im Leben verwehrt bliebe. Was die Sache mit dem Sozialwissenschaften angeht so lässt sich beobachten das mir schon nach einer Woche des Studiums so was von langweilig ist (aber wirklich so was von langweilig) das ich es geradezu als Wohltuend und Befreiend empfinde son Scheiß hier in deinen Blog zu schreiben. Dein allzu oft belächelter Blog stellt für mich eine Art Therapeutische Instanz da die ich bei leibe nicht mehr missen möchte. So ist mir gerade bewusst geworden. Ich möchte dich als Betreiber darüber in Kenntnis setzen das ich in Höchstem Masse darüber erfreut währe wenn mir diese Institution erhalten bliebe.
Oktober 12, 2007 um 8:28 |
Wir freuen uns sie bei Julians Online-Therapie-Service begrüßen zu dürfen. Unsere Spezialität ist es Freizeitunterhaltung und Ausgleich für gelangweilte Studenten der angewandten Freizeitwissenschaften anzubieten.
Ein Monatsbeitrag für „Julians Online-Therapie-Service“ macht 250 €.
Am besten direkt bar bezahlen, bei meiner Filiale in Bremen (du weist schon: die WG) oder per Überweisung.
Oktober 12, 2007 um 9:06 |
Ich hab dich trotzdem lieb !
Oktober 28, 2007 um 3:17 |
Hallo Julian,
der grüne Stoff ist in Deutschland angekommen. Wenn das der Reutsel wüßte, der würde mir gleich die Bude einrennen. Vielen Dank auch für die Glückwünsche! Dir scheint es richtig gut zu gehen. Ob du jemals wieder zurückkommst? Ich habe gestern zumindest mal wieder das Modernes beehrt…und von Markus gegrüßt.
Bei so viel Dokotoratenaspiranten schwimmte einem ja der Kopf. Da sitzt also die Weltelite und der Julian mittendrin: Glückwunsch!
Ach, und bitte als Mitbringsel keinen Hund mitbringen…du weist doch, Einfuhrbestimmungen und so. Dafür ist kein Platz in der WG. Kann der Hund froh sein, dass er in Indien lebt, in China wäre der schon längst weg…im Topf!
Ach, und in welcher Farbe wirst Du wohl zurückkommen: Wie ein gebräunter Inder….lach…