Indian Institute of Science
Inzwischen bin ich schon mehr als einen Monat hier auf dem Campus, höchste Zeit mal etwas über meine Praktikumsstelle und meinen “Arbeitgeber” zu schreiben:
Das Indian Institute of Science ist Indiens renommierteste Universität im naturwissenschaftlich technischen Bereich. Daher musste ich mir auch schon gleich zu Anfang in Bengaluru die vorwurfsvolle Frage anhören, warum man das denn in Deutschland nicht kenne. Und tatsächlich wird hier ziemlich geklotzt: Das Institut bildet nur Master und Ph.D. Studenten aus, hat für fast alle mir bekannten technischen und naturwissenschaftlichen Fachbereiche (außer vielleicht Bionik) ein Department und in jedem Department mehrere Research Labs, die je von einem Professor geleitet werden, dessen Hauptauftrag Forschung ist. Da werden dann durchaus heiße Eisen der aktuellen Forschung angepackt - von der Automatisierung des Produktdesigns bis zur Entwicklung neuester Speicherbausteine für PC’s. Auch an der Ausrüstung wird nicht gespart. Und so hat das kleine Centre for Product Design and Manufacturing (CPDM) vom eigenen Werkstatthaus bis zum Rapid Prototyping alles, was das Designerherz begehrt. Dementsprechend ist dann auch der Research Output - da ist das IISc unter südasiatischen Instituten auf Platz eins.
An Motivation fehlt es ebenso nicht - die meisten Leute in meinem Lab sind zwischen morgens um 10 und 19 Uhr im Lab und nach dem Dinner wird auch manchmal noch ein paar Stunden gearbeitet - bis zwölf Uhr nachts. Allerdings nicht immer hocheffizient und hin und wieder unterbrochen von einer Teepause oder so.
Natürlich gibt es auch ein paar Schönheitsfehler, zum Beispiel, dass manchmal für ein paar Stunden der Strom ausfällt. Dann ist man eben gezwungen wieder mal eine Pause am Tea Board einzulegen…
Ich selbst bin im IdeasLab gelandet. Dort wird an Design Methoden geforscht. Und daher musste ich mich in den letzten Wochen erstmal ordentlich in die Konstruktionslehre einlesen. In meinem Projekt werde ich mich dann wohl mit der Schnittstelle zwischen biologischem Wissen und den Produktdesignern befassen. Bis jetzt wirkt das alles ganz spannend, jedoch auch ziemlich anspruchsvoll. Immerhin ist es kein absolutes Neuland, hat doch ein Ph.D.-Student in meinem Lab schon ein Programm entwickelt, das bei Beschreibung einer Funktion mit ein paar Analogien aus der Biologie aufwartet.
Für alle Wissbegierigen, verlinke ich schliesslich mal noch die homepage des IISc.