In Bangalore und wahrscheinlich überall in Indien wird viel gefeiert. In letzter Zeit war fast jede zweite oder dritte Woche ein Feiertag oder Fest.
Im September wurde Ganesh Chaturthi gefeiert. Ganesha ist der Gott mit dem Elefantenkopf. Der Mythologie nach ist er ein Sohn Shivas. In einem Streit schlug Shiva seinem Sohn den Kopf ab, befahl aber dann seinen Dienern den Kopf des nächstbesten Tieres heranzubringen und setzte ihm diesen auf den Rumpf. Bilder und Statuen von Ganesha sind hier in vielen Gegenden zu sehen. Zehn Tage lang wurde zu Ganesh Chaturthi an vielen Tempeln und Altären abends gemeinsam gegessen und Ganesha wurde mit Musik, Trommeln, Krachern und Zeremonien verehrt. Fast während des ganzen Septembers sah man immer wieder die typischen indischen Lastwagen mit Ganeshaaltären und johlenden Jugendlichen auf der Ladefläche umherfahren. Es ist ein Brauch, dass die Ganeshastatuen täglich verehrt werden müssen bis sie am Ende des Festes zu einem See gebracht werden und feierlich dem Wasser übergeben werden.

Ende Oktober und Anfang November kam dann Fest um Fest: Erst war Darsara, dazu gibt es verschiedene Legenden, die meisten erzählen davon, dass ein Gott oder eine Göttin einen Dämon besiegt hat und letztlich vom Sieg des Guten gegen das Böse. Wie an vielen Festen besteht Darsara aus mehreren Feiertagen, bei denen nacheinander verschiedene Gottheiten verehrt werden. An einem Tag wurden viele Autos geschmückt und in der Werkstatt unseres Departments alle Geräte mit drei weißen Strichen und einem roten Punkt als Segenszeichen bemalt, viele Türen wurden mit Palmenblättern verziert und ein Mandala davorgemalt. An diesem Tag wurde auch in vielen Departments eine Zeremonie abgehalten, bei der Saruswathi, die Göttin des Wissens, verehrt wird. Erst versammeln sich alle an einem Saruswathialtar, ein Saruswathipriester hält eine kleine Zeremonie ab, bei der er mit einem Gebetsglöckchen klingelt, Weihrauch anzündet und kleine Früchte, Blütenblätter oder Pflanzensamen als Opfer auf den Altar wirft, danach gehen auch Studenten und manche Professoren zum Altar, legen ihre Handflächen als Verehrungsgeste aneinander und werfen Blütenblätter, schließlich wird noch eine Melone auf der Türschwelle zerschmettert und die Stücke werden rechts und links neben die Tür gelegt, um die Göttin willkommen zu heißen und dann kriegt jeder ein Päckchen mit indischen Süßigkeiten.

Vorletztes Wochenende war nun Diwali. Es ist eines der wenigen Feste, die überall in Indien gefeiert werden und erstreckt sich über fünf Tage, an denen verschiedene Götter verehrt werden. Die Diwalibräuche erinnern ein bisschen an Weihnachten, am wichtigsten Tag werden überall auf den Tür und Fensterschwellen kleine Lichter angezündet und man schenkt Freunden Süßigkeiten. Abends gab es sogar in der Mensa ein Candlelightdinner. Die Legende sagt, dass der Gott Rama von einem Dämonen vertrieben worden war und erst nachdem er diesen besiegt hatte, in seine Hauptstadt zurückkehren konnte, bei seiner Rückkehr zündeten die Leute, weil es Dunkel war Öllampen an. Während der Diwalifesttage wird jeden Abend nach Einbruch der DunkelheitFeuerwerk entztündet und kräftig geböllert. Auch tagsüber hört man es immer wieder knallen. Da geht es natürlich schon ganz schön zur Sache, wenn in einer 6 Millionenstadt geböllert wird, zumal die Böller bestimmt nicht europäischen Normen entsprechen: Noch aus mehr als zehn Metern Entfernung spürt man die Druckwelle.

November 19, 2007 um 9:31 |
hey Julian,
hoffe dir gehts gut!
schön von dir zu lesen…
erinner mich noch gut dran wie ich an Diwali mit Flip Flops durch die Straßen von Madurai gehüpft bin, die Inder haben echt die übelsten Böller!wenn du zurück bist wirst du es so sehr vermissen,
liebe Grüße aus dem kalten Berlin,
Kathrin