Einige Studenten hier auf dem Campus kommen aus einer Region im Nordosten Indiens, wo sich viele Leute nicht als Inder fühlen und Rebellen die Abspaltung von Indien betreiben. Einer meinte neulich, dass er deshalb gewöhnlich nur für wenige Wochen Heimaturlaub macht, obwohl die Zugfahrt vier Tage dauert für eine Strecke.
Er erzählte, dass es vorkommen kann, dass nachts eine Gruppe Bewaffneter Männer vor der Tür steht, die während sie von einem Familienvater ein Quartier für die Nacht verlangen, beiläufig die Läufe ihrer Waffen in Richtung der Kinder zeigen lassen. In diesen Nächten schläft die Familie nicht, denn die Soldaten der Rebellenorganisation haben meistens noch nicht gegessen.
Am nächsten Tag verschwinden die Rebellen meist wieder – Erleichterung. Doch meist gibt es dann ein paar Tage später in der Nähe des Ortes einen Bombenanschlag auf einen Konvoi oder eine Einrichtung des indischen Militärs oder der Verwaltung. Dann macht die indische Polizei Untersuchungen und irgendein Nachbar hat mitbekommen, dass Rebellen zu ‘Gast’ waren und man bekommt Probleme mit der indischen Polizei.
Früher hatte die Rebellenorganisation ihre Lager in Bangladesh oder anderen Nachbarstaaten inzwischen haben sie auch Lager in der Region im Nordosten. Viele ärmere Leute sind auf Seiten der Rebellen – eine friedliche zivile Organisation hat da schlechte Chancen. Und so geraten einige zwischen die Fronten. Die Organisation verbietet Hindi zu sprechen und wenn man Emails an Freunde zu Hause schreibt, die Kritik an den Rebellen enthalten, ist man in Lebensgefahr, weil diese Emails möglicherweise unterwegs abgefangen werden oder jemand anderes sie liest.