Waehrend ich jetzt schon in der Mitte meiner Reisezeit angekommen bin, schreibe ich hier erstmal vom Beginn der Reise:
Noch reise ich nicht alleine, mit mir sind zwei andere „IISc Foreign Students“. Wir sind mit dem Sleeperclassnachtzug nach Hampi gefahren, unterwegs um drei Uhr nachts gab es in unserem Nachbarkompartment eine heftige Diskussion zwischen dem Schaffner und einem Fahrgast – mehr als 15 Minuten lang ging es hin und her. Ich habe den Eindruck, dass indische Streitigkeiten mit weniger Eskalation, aber mit viel langwierigeren Diskussionen geloest werden als bei uns.
In Hospet laufen wir der Sonne entgegen eine Hauptstrasse entlang, Schweine rennen umher und einer der Reisegefaehrten wird fast von einer Motorrickshaw angefahren. Schliesslich findet sich ein Restaurant fuer einen Kaffee und ein kurzes Fruehstueck. Noch sind wir frohen Mutes, obwohl wir gehoert haben, dass Indiens Praesidentin morgen Hampi besucht und die Rickshawfahrer behauptet haben, es gaebe in Hampi keine Uebernachtungsmoeglichkeiten und auch keine Busse von Hospet nach Hampi. Wir tun das als eine Geschaeftsmasche ab.
Am Busbahnhof finden wir einen Bus nach Hampi, nachdem uns nun auch Touristen erzaehlen, dass in Hampi alle Unterkuenfte geschlossen sind wegen des Besuchesvon Ms President sind wir nun schon etwas unsicher. Ankunft in Hampi, ein grosser Tempel ragt Hochhausgleich in die Hoehe, ansonsten nur kleine Shops, am anderen Ende der Hauptstrasse zeichnen sich einige Ruinen ab, von einem Polizisten erfahren wir, dass tatsaechlich Hampi schon an diesem Tag ab 5 Uhr nachmittags fuer Besucher geschlossen sein wird und auch uebernachten nicht moeglich ist. Als wir am Flussufer ankommen dann eine nette Ueberraschung: Was da im Wasser liegt und von weiter oben noch wie ein Fels aussah, ist ein Elefant, der hier gerade von seinem Elefantenfuehrer und einem Begleiter gewaschen wird. Direkt nebenan am Flussufer tun wir dem Elefanten gleich und chillen in der Sonne. Schliesslich machen wir uns auf und sehen uns wenigstens Teile der Ruinenstadt an. Die Landschaft ist uebersaeht mit rundem Geroell in allen Groessen dazwischen Spuren alter Stadtmauern, Tempel- und Palastbauten. Als meine Begleiter an einem Tempelchen das Innere ansehen wollen. Tritt eine Priesterin hinzu, erklaert, dass die Statue Hanuman, der Affengott, sei und malt ihnen einen dieser indischen Segenspunkte auf die Stirn. Als sie aber nicht ein paar Rupees bezahlen wollen, ruft sie ihnen ein Fluch nach. Meine Begleiter sehen das aber gelassen.
Als wir um fuenf schliesslich nach einem Bus fuer die Rueckfahrt nach Hospet suchen, behaupten die Rickshawfahrer, dass kein Bus fuehre. Wir handeln mit ihnen, sie wollen sich aber nicht auf hundert Rupees einlassen. Wir sagen, dass wir dann eben doch auf den Bus warten. Schliesslich kommen sie doch auf die hundert Rupees zurueck. Als wir gerade in der Rickshaw Platz genommen haben, kommt der Bus um die Ecke.
Wir lassen diesen durchwachsenen Reisetag bei einem Bierchen ausklingen und beschliessen die Hampierkundung abzubrechen. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste war, dass es nicht das einzige Mal bleiben sollte, dass Ms. President meine Reiseroute kreuzte.
Februar 18, 2008 um 12:18 |
Hey Julian! Schön was von deiner Reise zu lesen! Wünsche dir weiterhin viele spannende Erlebnisse! Und ne gute Reise zurück nach Deutschland! Bis bald in Bremen!
Doro