In Hospet, der von Hampi aus naechsten Stadt, bekomme ich einen Nachtbus nach Madgaon in Goa. Von dort will ich nach Ratnagiri weiterreisen. Der Bus ist schrecklich schlecht gefedert und die Sitze sind hart, so verbringe ich die Nacht durchgeschuettelt in einem Halbdaemmerzustand. Mit an Bord sind auch zwei ziemlich bekiffte oder sonstwie zugedroehnte Goatouristen aus Europa, die die Passagiere ohnehin die halbe Nacht mit ihrem dumpfen Gerede wachhalten. Als wir um fuenf Uhr morgens in Madgaon ankommen, bin ich ziemlich fertig. Ich traue den Rickshawfahrern nicht, die mich zum Bahnhof bringen wollen und fahre nach eineinhalb Stunden Wartezeit mit einem Kleinbus weiter nach Panjim. Dort habe ich ein indisches Fruehstueck mit Tee und einigen herzhaften Backwaren. Dann stellt sich heraus, dass ich fuer die Weiterreise doch zum Bahnhof in Madgaon muss. Wieder Kleinbus, diesmal fahren wir unter anderem auch an den bereitgestellten bunten Wagen eines Karnevalsumzuges vorbei – Karneval in Goa soll ziemlich abgehen, Goa ist wie Brasilien eine ehemalige portugiesische Kolonie. Trotzdem beschliesse ich weiterzureisen – nach der durchwachten Nacht ist das Ruhebeduerfnis doch ziemlich gross.
Ich bekomme noch Tickets in der General Class, der oft ueberfuellten Holzklasse der indischen Eisenbahn. Ich habe Glueck, nur die Haelfte der Sitzplaetze ist besetzt. Ein paar Inder fragen mich, wo ich herkomme. Halb auf Englisch und unter Verwendung der paar Fetzen Hindi, die ich beherrsche, erfragen wir gegenseitig, was wir so tun. Zwei von ihnen arbeiten als Zimmerleute auf Baustellen an verschiedenen Orten in Indien, ein anderer, Dalaya kommt aus Kerala in Suedindien und arbeitet in Rajasthan als Textilhaendler. Er ist vielleicht 27, hat aber schon Familie und drei Kinder. Hin und wieder reist er von Rajasthan zu seinen Eltern nach Kerala und bringt ihnen Geld mit. Er sagt, dass er das dann unter seinen Schultern verstecke, weil, wenn man Inder sei, wuerden andere einem sonst das Geld wegnehmen und bei der Bank waeren die Steuern zu hoch.
Ein anderer, der fuer eine Bank arbeitet, fragt mich immer wieder nach den Preisen, z.B. fuer meine Flugtickets und einem der Gespraeche mit seinen Freunden entnehme ich das Wort „Creditcardnumber“. Ich habe den Eindruck, dass seine Gedanken irgendwie darum kreisen, dass ich wohl viel Geld haben muesse und meide daher den Kontakt.
Irgendwann kommen neben vielen anderen Zughaendlern auch zwei Frauen vorbei, sie klatschen rhythmisch in die Haend und wollen Geld. Ich verstehe nicht. Dalaya erklaert spaeter, dass diese Frauen „totally finished“ seien, sie haben den Halt ihrer Familie verloren und wuerden es daher auch fuer wenige Rupees tun.
Dalaya fragt mich nach deutschen Muenzen, ich gebe ihm ein Zehncentstueck. Weil ich den anderen auch etwas geben will, biete ich ihnen je einen Kugelschreiber an. Gleich nach „paisa“ – Geld, sind Kugelschreiber, Eurocoins und Schokolade die Sachen, nach denen man in Indien am haeufigsten gefragt wird – besonders oft von Kindern. Einer der Zimmerleute reagiert zurueckhaltend – er kann nicht schreiben.
März 20, 2008 um 3:39 |
what is this totally finished Julian?
BTW how are you? No mail after leaving India?
April 16, 2009 um 3:02 |
Za kilka miesiecy bede mieszkac w Ratnagiri.Czy mieszkaja w tym miescie Polacy?,bede wdzieczna za meile z tych stron pod:boguslawa46@wp.pl,pozdrawiam Bogusia
April 29, 2009 um 9:32 |
Sorry, I don’t understand. If you comment in English, I will try to answer.
Ich verstehe leider deine Sprache nicht. Wenn du auf Deutsch kommentierst, werde ich versuchen zu antworten.
Excuse-moi, je ne comprend pas. Écris en francais s’il te plait. Puis je vais essayer de répondre.
April 29, 2009 um 9:46 |
ich sprache polnische,aber auch ein bisschen kenne deutsche,leider kein english,ich habe aufschreiben,dass ich am August werde wohnen in Ratnagiri und ich suche polnische Leute in Ratnagire.Danke fur Deine antwort,gruss Bogusia
Mai 6, 2009 um 3:03 |
Leider spreche ich gar kein Polnisch. Aber vielleicht kontaktiert dich ein anderer Blogleser. Ich wünsche dir auf jeden Fall eine gute Zeit in Ratnagiri! Die Küste dort ist wirklich beeindruckend.
Mai 6, 2009 um 3:26 |
Danke fur Deine antwort und wunsche,ich habe noch nicht bekommen keine andere Nachricht,nur von Dich.In Ratnagiri ich habe wohnen von August,
gruss Bogusia