Am morgen in Ratnagiri am Bahnhof ist es noch ruhig, ein paar Reisende sind schon angekommen. Die Haendler am Bahnsteig kochen Kaffee und Tee und bereiten Broetchen zum Verkaufen vor. Streunehunde balgen auf dem Bahnsteig und zwischen den Gleisen und tragen ihre Rangkaempfe aus. Ein paar Leute kehren den Bahnsteig und verbrennen den Muell in Feuern neben den Gleisen. Der Rauchgeruch ist beissend, er begegnet einem ueberall in Indien. Nach und nach treffen mehr Passagiere ein, mit ca. einer halben Stunde Verspaetung kommt mein Zug. Ich teile mein Kompartment mit einer Gruppe junger und aelterer muslimischer Maenner – ich vermute, dass sie zu einer Grossfamilie gehoeren oder gemeinsam auf einer Pilgerreise sind. Sie sind schon am Vortag mit diesem Zug von Kerala aufgebrochen. Alle tragen vorwiegend weisse Kleidung und ein weisses Kaeppchen, die aelteren haben Vollbaerte. Das Dampfsignal es Zuges toent laut, dann geht es los. Waehrend der Fahrt liest ein Mann laut aus dem Koran, ein Junge rezitiert dann. Spaeter werden auch auswendig ein paar Kapitel aufgesagt. Zu den Gebetszeiten breiten die Maenner im Raum am Ende des Wagens Planen aus und verrichten ihre rituellen Gebete. Wer dann durch den Zug gehen will, muss warten, aber alle sind sehr geduldig.
Februar 25, 2008 um 9:30 |
Hey,
ist ja echt spannend zu lesen, deine letzten Eindrücke,
die du niedergschrieben hast von der Reise.
Ich wünsche dir noch eine super gesegnete Zeit in Indien,
über Mama und Papa höre ich immer wieder von dir,
und wo du gerade bist.
Hab dich lieb, Gott der Barmherzige behüte dich!
Daniel